Autogramme (und Artefakte) erzählen Geschichte

Geteiltes Berlin

Berlin: Eine geteilte Stadt

berlinzonenBerlin, die Hauptstadt des Dritten Reiches, wurde von den Siegermächten mit dem Londoner Protokoll vom 12. September 1944 nicht einer Besatzungszone zugeteilt, sondern in vier Sektoren aufgeteilt. Das hatte zur Folge, dass sich zwischen den Alliierten und der Sowjetunion Spannungen um den Status der Stadt entzündeten. Behinderungen und Schikanen der sowjetischen Besatzer im Transitverkehr zu Westdeutschland und im freien Zugang zum Ostteil der Stadt sollten die Westmächte zermürben. Berlin sollte nach Willen der sowjetischen Führung zu einer „Freien Stadt“ werden.

„Sind Sie immer noch sicher, dass wir bleiben müssen?“

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„…ich freue mich immer über Anfragen von Berlinern. Ich werde niemals ihren Mut während der Blockade vergessen, die letztlich die Luftbrücke zum Erfolg werden ließ.“

Das war die Frage von US-Verteidigungsminister Forrestal Anfang April 1948 an den Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands, General Lucius D. Clay.

Clays Antwort:

„Wir müssen in Berlin bleiben, bis wir mit Gewalt vertrieben werden. Wir haben die Tschechoslowakei verloren und Norwegen ist bedroht. Fällt Berlin, folgt Westdeutschland als nächstes. Wenn wir entschlossen sind Europa gegen den Kommunismus zu verteidigen, dürfen wir uns nicht von der Stelle rühren. Wenn Amerika dies nicht begreift, wird der Kommunismus zügellos um sich greifen. Ich glaube, dass es die Zukunft der Demokratie von uns verlangt, hier zu bleiben.“

„Wir bleiben in Berlin.“

Am 28. Juni 1948 entschied der damalige US-Präsident Harry S. Truman: „Wir bleiben in Berlin.“

clay-halvorsenEine erste Bewährungsprobe für die Alliierten ließ nicht lange auf sich warten. Als Folge der Währungsreform mit Einführung der Deutschen Mark in  Westdeutschland und auch im Westsektor Berlins verhängte die Sowjetunion eine totale Blockade über die Stadt. Vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 konnte die Versorgung der Westberliner nur über eine Luftbrücke der Westmächte gewährleistet werden.

„Kümmern Sie sich um die Luftbrücke, ich kümmere mich um die Berliner.“

Mit diesen Worten gingen zwei Männer, US-General Clay und der damalige erste Berliner  Oberbürgermeister Ernst Reuter in die Geschichte ein. Während die Rosinenbomber das von der roten Armee eingeschlossene Berlin aus der Luft mit dem nötigsten versorgen, wehrt sich Reuter mit Worten.

„Ihr Völker der Welt…“

AlternativtextAuf einer Kundgebung auf dem Platz der Republik am 9. September 1948 hält Reuters Stimme der Aufregung kaum Stand: „Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!“.

Am 12. Mai 1949 lenkten schließlich die Sowjets ein und hoben die Blockade auf. „Hurra, wir leben noch“ jubelten die Berliner. Ihr standhafter Bürgermeister Reuter äußerste sich nach Ende der Blockade: „Der Versuch, uns in die Knie zu zwingen, ist gescheitert an unserer Standhaftigkeit und Festigkeit. Er ist gescheitert, weil die Welt unseren Ruf gehört und uns geholfen hat. Berlin bleibt Berlin.“

„Mister Gorbachev open this gate

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11. Juni 1982: US-Präsident Ronald Reagan mit Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Richard von Weizsäcker am Grenzübergang Checkpoint Charlie

Oder der damalige amerikanische Präsident Ronald Reagan, der bei einem Berlinbesuch noch am 12. Juni 1987 am Brandenburger Tor ausrief: „Mister Gorbachev, tear down this wall!“ Er wurde als weltfremd belächelt und vielen Westpolitikern waren die Worte des US-Präsidenten peinlich. Da glaubte man schon eher dem DDR-Generalsekretär Erich Honecker im Januar 1989: „Die Mauer wird noch in 100 Jahren stehen.“

Wohlstand für alle?…