Autogramme (und Artefakte) erzählen Geschichte

Wohlstand für alle?

BRD und DDR

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Bundeskanzler Adenauer und Bundespräsident Heuss danken US-Präsident Truman am 7. Juni 1956 in Bonn für die Hilfe in den ersten Nachkriegsjahren.

Nach Inkrafttreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 24. Mai 1949 folgte am 7. Oktober desselben Jahres die Gründung der deutschen Demokratischen Republik. Die Hauptstadt der DDR wurde Berlin. Das Grundgesetz hingegen nannte „Groß-Berlin“ als ein Land der Bundesrepublik.

Die Spaltung Deutschlands war zementiert und weitere Spannungen vorprogrammiert. Westberlin blieb Schauplatz des Ost-West-Konfliktes und erlebte mehrere Krisen, die schließlich in den Bau der Mauer gipfelten.

Konrad Adenauer und Ludwig Erhard

Zwei Männer stehen am Anfang der jungen Republik: Bundeskanzler Konrad Adenauer und sein Wirtschaftsminister Ludwig Erhard. Erhard stellt mit der griffigen Formel „Wohlstand für alle“ im Kabinett Adenauer die Weichen für das „Wirtschaftswunder“ im freien Teil Deutschlands. Nicht Planwirtschaft – wie in der DDR – sondern das freie Spiel der Kräfte, der Wettbewerb im Markt, bestimmt das Wirtschaftsgeschehen.

Während Erhards Wirtschaftswunder  im Westen den Bundesbürgern langsam bescheidener Luxus beschert, sind im Osten die Lebensmittel immer noch rationalisiert und die Regale leer. Am 17. Juni 1953 begehren Arbeiterschaft und Bürger im Osten auf. Es kommt zum Volksaufstand, der nur mit Hilfe sowjetischer Panzer blutig niedergeschlagen werden kann.

Da im Westen in den Folgejahren eine Wiedervereinigung in immer weitere Ferne rückt, beantwortet die Bevölkerung der DDR die „deutsche Frage“ auf ihre Weise. Sie kehrt der Heimat den Rücken zu und „stimmt mit den Füßen“ ab. Von September 1949 bis Ende 1960 verlassen fast 2,5 Millionen Flüchtlinge ihr Land, meistens über das „Schlupfloch“ Berlin.

„Den bring ich noch auf Null“

erhardDie Begeisterung Adenauers für Erhard als Vater der Sozialen Marktwirtschaft hält sich in Grenzen. „Den bring ich auf Null“, soll der Kanzler gesagt haben, als Demoskopen wieder einmal Erhards gestiegene Popularität anmerkten. Doch der erfolgreiche Wirtschaftsminister agierte als Bundeskanzler und Nachfolger von Adenauer nur drei Jahre – glücklos. „Ich hab´die Lust verloren“, sollen seine Worte am Ende seiner kurzen Amtszeit gewesen sein.

Bundeskanzler Adenauer hingegen blieb 14 Jahre im Amt. Dieser Rekord an Dienstjahren wurde erst von Helmut Kohl mit 16 Dienstjahren übertrumpft. „Der Alte“, wie Adenauer auch genannt wurde, war jedenfalls ein „Mann der ersten Stunde“ und West-Deutschlands wichtigster Politiker. Seine Politik basierte auf klaren Grundsätzen wie „Keine Experimente“.  Seine größten Leistungen waren die Versöhnung mit Frankreich und eine enge Anbindung an die USA. Zweimal reiste Adenauer nach Amerika (1953 und 1961), um den damals frisch gewählten Präsidenten John F. Kennedy persönlich zu treffen. Dieser bedankte sich bei seinem Gegenbesuch am 26.6.1963 in Berlin mit den unvergessenen Worten: „Ich bin ein Berliner.“

Krisen und Verträge…