Autogramme (und Artefakte) erzählen Geschichte

Raumfahrt

Von der Theorie zur Praxis gerade mal 69 Jahre

Peenemünde, V2 beim Start

1943: Start einer „V2“ zur Weltraumgrenze

Der Russe Konstantin Ziolkowski gilt als Vater der Raumfahrt. Der Amateurforscher widmete sich schon im Jahres 1900 der Raketenforschung und präferierte schon damals flüssigkeitsgetriebene Raumschiffe vor Feststoffraketen. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse wie Kühlung der Brennkammern, Steuerung einer Rakete mittels Strahlruder und Kreiselsteuerung sind Grundkonzepte für die Raketen der heutigen Raumfahrt. Er setzte schon damals auch auf Mehrstufenraketen.

Apollo 11 launch

1969: Start zur ersten Mondlandung (Foto: NASA)

Hermann Obert und Robert Goddard griffen seine Arbeit auf und erst Oberths Buch „Die Rakete zu den Planetenräumen“ im Jahre 1923 machten Ziolkowskis Ideen öffentlich. Ein Junge namens Wernher von Braun lässt Oberths Buch nicht mehr los. Der deutsche Raketeningenieur will mit aller Macht zum Mond.

Das Militär bietet ihm noch vor 1933 die Möglichkeit, den neuartigen Raketenantrieb theoretisch und experimentell zu studieren und im Anschluß an seine Promotion eine Anstellung und Forschungsmöglichkeiten an demselben Thema. Im Auftrag des Heereswaffenamtes leitet er an der Heeresversuchsanstalt Peenemünde die Entwicklung der ersten Flüssigkeitsgroßrakete, des Aggregat-4 bis zur Vorserienreife.

Am 3. Oktober 1942 erreicht die erste „Aggregat 4“ , von der NS-Propaganda später „Vergeltungswaffe 2“ genannt, die Weltraumgrenze. Die industrielle Serienproduktion der Raketen erfolgt durch Weisung des Rüstungsministeriums (Speer, „Sonderausschuß A4“) ab Ende 1943 in unterirdischen Produktionsanlagen der Firma Mittelwerk GmbH im Süd-Harz. Diese Firma unterstand in allen Fragen der Produktion, der Arbeitsorganistion und des Einsatzes von Arbeitskräften (Industrie, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge) den Befehlen der SS, insbesondere des SS-Brigadeführers und späteren Generals Dr. Kammler. Sie waren verantwortlich für den Häftlingseinsatz im Mittelwerk, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und für brutale Misshandlungen der Häftlinge durch SS-Mannschaften.

Wernher von Braun blieb in Usedom als Technischer Direktor und war weder Mitglied der Werksführung noch des Beirats der Mittelwerke GmbH. Seine Aufgabe beschränkte sich auf die Qualitätssicherung des Aggregat-4 in der Produktion zusätzlich zu typischen Entwicklungs- bzw. Änderungsfragen der Serienfertigung.

Wernher von Braun wechselt nach Kriegsende zu den Siegern und baut für die Amerikaner die Mondrakete. Die bringt bekanntlich im Dezember 1968 („Apollo 8“) die ersten Menschen in eine Mondumlaufbahn. Im Juli 1969 betritt dann der Amerikaner Neil Armstrong („Apollo 11“) als erster Mensch die Mondoberfläche. Gerade einmal 69 Jahre nach den ersten theoretischen Überlegungen.

Heute rast eine 450 Tonnen schwere internationale Raumstation namens ISS mit 28.000 Kilometern pro Stunde in ca. 400 km Höhe um die Erde.

Armstrong-reitsch

1970: Start zum Deutschlandbesuch – Moonwalker Neil Armstrong trifft Flugveteranin Hanna Reitsch

Wer sich mit dem Thema Raumfahrt beschäftigt, den lässt es nicht mehr los.

Apollo 8 …