Autogramme (und Artefakte) erzählen Geschichte

China Space

Beinah-Unfall am 16.10.2003:
Chinas erster bemannter Raumflug endete fast mit Katastrophe

liwei-2Der erste Chinese im All wäre bei seiner Rückkehr zur Erde beinahe verunglückt. Der Funkkontakt zur Bodenstation war abgebrochen, die Landung konnte nur über Sicht gesteuert werden. Die Raumkapsel ging neun Kilometer entfernt vom anvisierten Landeplatz nieder.

Im Herbst 2003 feierte sich China als neues Mitglied im exklusiven Club der Länder, die Menschen ins All schicken. Doch die PR-trächtige Aktion wäre beinahe schiefgegangen. Bei dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am 16. Oktober 2003 sei der Kontakt zu dem Raumschiff des Taikonauten Yang Liwei komplett abgebrochen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Bericht der Bodenstation in Xian.

Zwar geht der Funkkontakt immer vorübergehend verloren, wenn ein Raumschiff in die Erdatmos-phäre eintritt. Doch die Raumkapsel „Shenzhou V“ sei sogar auf dem Radar nicht mehr erfassbar gewesen, so Dong Deyi. Der Leiter der chinesischen Bodenstation in Xian sagte weiter: „Das gehört zu den worst-case-Szenarien, auf die sich das Team vorbereitet.“

Die Situation war für den Taikonauten wohl nicht ungefährlich. „Nachdem der Kontakt zur Raumkapsel wieder möglich sein sollte, war die Funkverbindung sehr schwach. Das bedrohte eine sichere Landung“, sagte Dong Deyi. Man habe die Landekapsel allein optisch verfolgen können. „Präzise Positionsdaten haben es den Offizieren ermöglicht, den Landefallschirm genau zu steuern“, sagte Dong. Dies sei essentiell für eine sichere Landung gewesen. Der Taikonaut sei zwar sicher gelandet, seine Kapsel aber neun Kilometer vom Kurs abgekommen.

China ist nach der ehemaligen Sowjetunion und den USA die dritte Nation, die Menschen in den Weltraum gebracht hat.

liwei-1Yang Liwei (21.06.1965): Der erste Chinese im Weltall

Yang wurde in der nordöstlichen Provinz Liaoning als Sohn eines Volkswirts und einer Lehrerin geboren. Nach dem Abschluss der Schule trat er im September 1983 in die chinesische Volksbefreiungsarmee ein. Er wurde als Pilot in die Luftwaffe aufgenommen. Anschließend versah er als Kampfpilot seinen Dienst in der Volksbefreiungsarmee.

China begann 1996 erstmals, Raumfahrer unter den Kampffliegern seines Landes zu suchen. Das Auswahlverfahren fand unter strengster Geheimhaltung statt. Yang war einer von 60 Kandidaten, die von den rund 1.500 Bewerbern in die engere Wahl kamen. Im Januar 1998 wurde er zusammen mit 13 anderen Piloten ausgewählt und absolvierte ab 1999 ein Trainingsprogramm zum Taikonauten.

Yang startete am 15. Oktober 2003 mit dem Raumschiff Shenzhou 5 zum ersten bemannten chinesischen Weltraumflug. Der Flug dauerte 21 Stunden und 23 Minuten. Er endete mit einer Landung bei Sonnenaufgang in der Provinz Innere Mongolei.

Nach seiner Rückkehr äußerte sich Yang Liwei im chinesischen Fernsehen zu der Frage, ob die Chinesische mit bloßem Auge vom Weltraum aus zu sehen sei: „Die Aussicht war wunderschön. Aber ich konnte die Große Mauer nicht sehen.“

Am 22. Juli 2008 wurde Yang Liwei zum Luftwaffen-Generalmajor der Volksbefreiungsarmee befördert, und im Mai 2010 zum stellvertretenden Direktor des chinesischen Raumfahrerzentrums ernannt.