Fitzcarraldo: Viel Schweiß und Blut am Set
Angeblich hat sich Mario Adorf wahnsinnig auf die Rolle des Kapitäns in dem Film „Fitzcarraldo“ von Regisseur Werner Herzog gefreut. Kein Wunder. An seiner Seite spielt kein geringerer als Mick Jagger die Rolle des Wilbur, seines Gehilfen. Jagger mit blankem Oberkörper und Strohhut lässt sich von Adorf den Kurs des Amazonasdampfers erklären. Dem Foto von Set-Fotograf René Pinedo folgen keine weiteren. Der Dreh im peruanischen Dschungel verlangt von allen Beteiligten viel Schweiß und sogar Blut. Es gibt Unfälle und viele Verletzungen. Regisseure Herzog verlangt fast unmenschliches von allen Akteuren.
Jason Robards in der Rolle des Fitzcarraldo erkrankt schwer und muss abreisen. Er will sich weitere Torturen nicht antun und wird am Set nicht mehr erscheinen. Auch Adorf ist nicht mehr dabei. Nach langer Drehpause dachte er, dass der Film „gestorben“ sei und unterschrieb bei Rainer Werner Fassbinder ein Engagement für „Lola“. Die Rolle des Kapitäns übernahm ein Hamburger Ex-Seemann, der ein Restaurant in Peru betrieb.
Und auch Jagger stand wegen einer Welttournee der Stones nicht mehr zur Verfügung. Seine Rolle als Gehilfe wurde gestrichen. Nach rund der Hälfte der Dreharbeiten wendet sich Herzog an seinen Freund Klaus Kinski und kann ihn für die Titelrolle gewinnen. Herzog beginnt von Neuem mit dem Dreh. Mit im Boot, oder besser im Dampfer, ist die italienische Filmdiva Claudia Cardinale in der Rolle der Bordellbesitzerin Molly.
Der Regisseur ist besessen von einer möglichst realistischen Umsetzung der Filmhandlung. Ein 160 Tonnen schweres und 40 Meter langes Schiff muss über einen Amazonasberg gezogen werden, einzig durch Muskelkraft indigener Peruaner und den Gesetzen der Physik folgend. Nur für eine sehr kurze Sequenz kommt ein 3,77 Meter langes Modell der „Molly Aida“ zur Verwendung (siehe große Abb. oben).
Am 4. März 1982 startet Herzogs Meisterwerk in den bundesdeutschen Kinos und wird ein international beachteter Erfolg. „Die filmische Realisation dieser Abenteuergeschichte gewinnt Reiz und Spannung aus der gewaltigen Kulisse und dem Widerstand einer exotischen Urlandschaft.“ (Lexikon des internationalen Films).







