Autogramme (und Artefakte) erzählen Geschichte

Hitlers Tagebücher

„Große Teile der deutschen Geschichte müssen umgeschrieben werden.“

kujau-sternDas war die Meinung von Peter Koch, dem Chefredakteur des Hamburger Magazins „Stern“ und so stand es auch schwarz auf weiß in der ersten gedruckten Ausgabe über die geheimen Tagebücher Adolf Hitlers.

Am 25. April 1983 hatte der Stern die „größte journalistische Sensation der Nachkriegsgeschichte“ auf einer Pressekonferenz in Hamburg angekündigt. Der Entdecker der „Hitler Tagebücher“, Stern-Reporter Gerd Heidemann, hatte 62 Bände für den Stern für damals 9,3 Millionen DM erworben. Das Blatt kündigte an, 62 Tagebücher ab dem 28. April 1983 in einer Serie zu veröffentlichen.

Am 5. Mai 1983 war der Spuk vorbei. Es handelte sich um Fälschungen des Kunstsammlers Konrad Kujau. Der Stern musste sich öffentlich entschuldigen. Die Chefredaktion trat zurück.

kujau-hitler-kohlKujau wurde im Juli 1985 zu vier Jahren und acht Monaten Haft wegen fortgesetzten schweren Betrugs verurteilt und nach drei Jahren auf Bewährung entlassen.